Ziele

TextileMission – Eine Initiative gegen Mikroplastik in der Umwelt

Mikroplastikpartikel gelangen aus verschiedenen Quellen in Flüsse, Seen und Weltmeere und schädigen dort lebende Organismen. Sie entstehen durch den Abrieb von Autoreifen, aus sich lösenden Farbpartikeln, zerfallendem Verpackungsmaterial, aber eben auch bei der Haushaltswäsche. Der Grund: Ein Großteil unserer Bekleidung, auch bei Sport- und Outdoor-Textilien ist dies der Fall, besteht aus Synthesefasern (beispielsweise Polyester), die während des Waschvorgangs Mikropartikel freisetzen. Fleece-Materialien sind hiervon besonders betroffen.

Ziel dieses vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Verbundprojektes ist es, die Umweltbelastung durch diese Kleinstpartikel mit einem Durchmesser von unter 5 mm zu reduzieren. Neun Organisationen aus der Sportartikel-Industrie, der Waschmaschinen- und der Waschmittelbranche, der Forschung und dem Umweltschutz bringen ihr jeweiliges Know-how ein. Die Partner verfolgen dabei einen interdisziplinären Forschungsansatz.

  • Durch textiltechnische Forschung und die Optimierung von Produktionsprozessen sollen Textilien und Kleidungsstücke entwickelt werden, die im Vergleich zu heute auf dem Markt verfügbaren Produkten einen deutlich geringeren Mikropartikelausstoß aufweisen. Dabei testen die Textilforscher gemeinsam mit den beteiligten Sportbekleidungsherstellern auch biologisch abbaubare Fasern als umweltschonende Alternative.
  • Die Projektpartner wollen zur Optimierung der Kläranlagentechnologie beitragen. Beispielsweise wird an der TU Dresden der Verbleib von Mikroplastikpartikeln auf verschiedenen Stufen einer Laborkläranlage untersucht werden. Praxistaugliche Innovationen an dieser Stelle hätten den Vorteil, dass sie auch zur Reduktion des Mikroplastikeintrags aus nicht-textilen Quellen beitragen würden.
  • Daneben werden mittels Wasch- und Laborkläranlagentests systematisch Daten zum Ausmaß und der Reichweite des Mikropartikelausstoßes unterschiedlicher Textilien erhoben, um ein verbessertes Verständnis von Stoffströmen und dem Verbleib von textiler Mikroplastik in der Umwelt zu erhalten. Dadurch soll ein Beitrag dazu geleistet werden, eine Forschungslücke zu schließen.
  • Am Ende soll ein Maßnahmenkatalog entstehen, der konkrete Hinweise dazu gibt, wie der Eintrag von Mikroplastik aus Textilien in die Umwelt reduziert werden kann.

„TextileMission“ läuft über einen Zeitraum von drei Jahren von September 2017 bis August 2020 im Rahmen des Förderschwerpunktes „Plastik in der Umwelt – Quellen, Senken, Lösungsansätze“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Die Gesamtfördersumme beträgt rund 1,7 Millionen Euro.